Trostlos, aber irgendwie auch trostlos

leiharbeit_abschaffen_kreideDie alljährliche Jobmesse Kiel fand auch diesmal direkt gegenüber eines Abfallwirtschaftsbetriebes statt. Dazu der Herbst, verhangener Himmel und fallende Blätter: es passte einfach alles. Neben einigen Premiumausstellern wie Jobcenter, Bundeswehr und Lidl waren natürlich auch wieder diverse Leiharbeitsunternehmen am Start.

Da die Leiharbeit in Kiel nach wie vor boomt, -allein im Innenstadtbereich gibt es über 50 Leihklitschen -, und dieser Zustand durch die perfide Anwesenheit des Jobcenters auf solch einer Veranstaltung auch noch verfestigt wird, war es mal wieder Zeit, über die grundlegenden Rechte zu informieren, um sich nicht von einer Leiharbeitsfirma übertölpeln zu lassen.

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Bedrohliche Informationen

Sowohl drinnen als auch draußen fanden die „Ratschläge für Leiharbeitsgefährdete“ regen Anklang und durchweg Zustimmung. Alle sind der Meinung, dass Leiharbeit abgeschafft gehört. Ein erster Schritt dahin ist auf jeden Fall das Wissen um die eigenen Rechte.

Wir müssen dagegen ankämpfen, dass Leiharbeit als etwas Selbstverständliches betrachtet wird. Das ist sie nicht. Leiharbeit schafft schlechte Jobs, fördert die Vereinzelung und ensolidarisiert die Menschen untereinander. Leiharbeit ist falsch.

Wie nervös und beinahe ängstlich auf total banale Tipps im Umgang mit Disponenten reagiert wird, zeigte die teilweise absurde Reaktion des Sicherheitsdienstes, dem hiermit in sein Poesiealbum geschrieben sei: Weniger Dorfdiskothekengehabe und dafür umso mehr Kenntnis um die eigenen Befugnisse, denn der penetrante Versuch, den Bürgersteig als Teil des Gebäudes zu bezeichnen, um damit das Hausrecht durchsetzen zu können, ist schon ziemlich dreist. Es hat nichts genützt und es war eindeutig erkennbar, dass die Besucher eher das Bedürfnis hatten, diesen trostlosen Ort ganz schnell wieder zu verlassen als sich diesem komischen Spektakel der Selbstvermarktung allzu lange hinzugeben.

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